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Iran Kurzinformationen


Staatssystem: Islamische Republik
   
Fläche: 1,648,000 qkm, davon 20,7 % Wüste, 54,9 % Weideland, 7,6 % Wald und nur 16,8 % potentielles Ackerland.
   
Bevölkerung: 65,8 Mio (1999)
   

Nachbarländer/

Meeresgrenzen:

Die Türkei und der Irak im Westen. Azarbaijan, Armenien und Turkmenistan im Norden. Afghanistan und Pakistan im Osten. Das Kaspische Meer befindet sich im zentralen Norden. Der Persische Golf und das Meer von Oman grenzen den Süden des Landes ab.
   
Hauptstadt: Teheran
   
Landessprache: Persisch, 1. Fremdsprache ist Englisch
   
Uhrzeit: MEZ +2,5 Stunden, im Frühjahr wird auf Sommerzeit umgestellt
   
Klima: Der Iran liegt zwischen dem 25. und 40. Breitengrad. Im Iran gibt es verschiedene Klimazonen, welche sich aus den Höhenunterschieden und der Größe des Landes ergeben. In einer Jahreszeit sind zeitgleich in zwei voneinander entfernten Städte Temperaturdifferenzen bis zu 30 % messbar.

Am Küstenstreifen des Persischen Golfs ist es stets warm und es gibt sehr viele Sonnentage. Die Tagestemperaturen liegen im Winter bei 20 bis 25 Grad, im Sommer bis zu 43 Grad im Schatten, bei stets hoher Luftfeuchtigkeit. Die Hochlagen des Elburz-, und Zagrossgebirge weisen im Winter kalte und im Sommer warme, zum Tagesende abkühlende Luft, auf. Die Wüstenrandstädte sind im Sommer sehr warm, im Winter erträglich kalt., Im ganzen sehr viele Sonnentage. Im Sommer beherrscht warmes, feuchtes Klima den Küstenstreifen am Kaspischen Meer. Im Winter fallen die Temperaturen bis zur 0 Grad Grenze. Der Zeitraum zwischen dem Ende des Frühjahrs bis zum letzten Sommermonat ist sehr sonnenreich. Beste Reisezeit, außer der Golfregion, sind die Monate März und April sowie September und Oktober.

 

   
Pflanzenwelt: Der Iran beherbergt landesweit und auf den Inseln des Persischen Golfs ca. 25.000 Arten von Pflanzen, dessen Vielfalt durch das gegebene Klima, Höhenlagen, verschiedenartige Küstenstreifen und Bodenstrukturen begründet ist. Auch in den Wüsten und Hochlagen wachsen viele Pflanzenarten.
   
Tierwelt:

Zusammen mit den Meerestieren leben 15.000 Tierarten innerhalb iranischer Grenzen. Sehr viele Zugvögel landen für mehrere Wochen auf dem Festland und an den Küsten bis sie weiterziehen. Am Kaspischen Meer lebt ständig eine Vielzahl weiterer Vogelarten.

Jagdtiere sind Keiler, der Bezoar ( Persian Ibex, der persische Steinbock) und viele Schafsarten, dessen Trophäen Rekorde erzielt haben.

   
Religiöse Gruppierungen: (Islam ist Staatsreligion) 99 % Muslime (90 % Schiiten [v. a. Perser, Aserbaidschaner, Luren, z. T. Kurden, Araber], 8% Sunniten [z.T. Kurden, Turkmenen, Balutschen]); Minderh. von Christen, Juden, Assyrer.
   
Ethnische Aufteilungen: Iraner; 60 055 488 Einw.; 50 % Perser, 20 % Aserbaidschaner, 10 % Luren und Bachtiaren, 8 % Kurden, 2 % Araber, 2 % Turkmenen.
   
Städtische Bevölkerung: 61 % - Städte: Teheran 12.500.000 Einw., Mashhad 1.900.000, Esfahan 1.300.000, Tabriz 1.200.000, Shiraz 1.100.000, Karaj 1.000.000, Ahvaz 850.000, Qom 800.000, Kermanshah 750.000, Oramiyeh 440.000, Zahedan 440.000, Rasht 420.000, Hamadan 430.000, Kerman 400.000, Arak 380.000, Ardabil 340.000, Yazd 370.000. Alle Angaben sind geschätzte Werte (2000)
   
Speisen und Getränke:

Die iranische Küche ist sehr delikat und umfangreich. Nationalgerichte sind Chelokabab und Abe Guscht. Chelokabab ist auf dem Spieß weich geklopftes, auf Holzkohle gegrilltes Lamm- oder Hammelfleisch und wird mit naturweißem Reis serviert. Abe Guscht ist weichgekochtes Lammfleisch mit Gemüse. Zu beiden wird traditionell Dugh getrunken. Es ist ein Mixgetränk aus Wasser und Joghurt. Vielerorts werden auch Kräuter hinzugegeben.

Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von verschiedenen Gerichten mit Reis. Auch in Restaurants mit hauptsächlich iranischer Küche werden einige europäische Speisen angeboten. In Teheran finden sich auch Restaurants mit ausländischer Küche. Snacks wie Sandwiches, Hamburger und Pizza bekommt man landesweit. Getränke, Mineralwasser, alkoholfreies Bier, original Coca Cola und Fanta sind fast allerorts erhältlich. Vieles dergleichen kann man allerdings unter einem anderen Namen kaufen. Alkoholische Getränke sind gesetzlich verboten.

   

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: 

Teheran fast immer der Ausgangsort einer Iran-Reise. Beeindruckend ist die Größe der Millionenstadt, die vielen breiten Straßen, die schönen Berge des Elburz, sowie der Kontrast zwischen alt und neu im Städtebau. In Teheran gesammelt sind in den wichtigsten Museen:

Archäologisches Museum mit Funden bis  zu 7000 Jahre alt. Daneben das nachislamische Museum mit Ausstellungen von sehr schönen Gegenstände der persisch-islamischen Kunst. Das Glas- und Keramikmuseum ist in Verbindung mit dem Gebäude eine postmoderne Ausstellung. Der Golestan Palast mit dem ethnologischem Museum, der Marmorthronhalle  und dem Gebäude des Schams ol-Emareh gehören zur Entstehungsgeschichte von Teheran. Viele glauben nicht, dass die Kronjuwelen der Pahlevi Dynastie alle am alten Platz im Juwelenmuseum zu besichtigen sind.

Das Teppichmuseum, ein Gebäude in kleineren Abmessungen abgeleitet von der amerikanischen Schatzkammer, beinhaltet Teppiche aus fast allen Provinzen Irans. Im Norden der Stadt liegt die Palastanlage der Pahlevi Dynasty, Saadabad

Shiraz ist bei manchen Reiseprogrammen der zweite Anflughafen. Höhepunkt ist die Geschichte des Achämedischen Reiches vor allem unter Darius I.. Man fährt außerhalb Schiraz die Palastanlage Persepolis an und ein paar Kilometer weiter die Felsengräber Naghsche Rostam. Passargade ist weiter in Richtung Norden. Kyros des Grossen Stufengrabmal ist gut erhalten. Er war der Gründer der achämenidischen Königreiches.

Die Stadt selber, welche Ihre Blüte während der Zand Dynastie als Hauptstadt erlebte, ist weiter bekannt für seine Rosen, Poesie und Kunst. Für den weltbekannten Dichter Hafez und dem Dichter Saadi sind in den 70er Jahren die Grabanlage mit Mausoleen und Gartenanlage  bebaut und verschönert worden.

Ein Rundgang durch den Bazar der Seraye Moschir und Bazare Vakil ist empfehlenswert.

Susa  und Schuschtar werden oft auf längere Reisen angeflogen.

Im Südwesten des Landes ist die Stadt Susa, welche neben Ekbatana ( Hamedan) und Pasargade einer der drei Hauptstädte der Achämeniden gewesen ist. Die Ruinen der Palastanlagen kann man besichtigen.  Das Grabmal des Propheten Daniel ist  die nächste Sehenswürdigkeit.

Höhepunkt ist der Stufentempel (Zikurat) Chogha Zabil, die Kultstädte des elamitischen Königs Untasch Gal. Hier fanden Zeremonien mit Opfer statt.  

Schuschtar ist eine kleine Stadt dessen Entstehungsgeschichte zum wichtigsten sassanidischen König Schapur I. im 3 Jhdt. nach Christus zurückgeht. Sie besichtigen hier die Unterkanalisierung eines Wassersystems mit Dämmen. 

Kerman ist vor allem sehenswert, weil auf nicht großer Fläche die Elemente einer islamischen Stadt, Bazar, Moschee, Karawanserei, Hamam (Bad), Wohnviertel im sogenannten Ganjali-Khan Komplex nebeneinander liegen. Interessant ist vor allem das Ganjali-Khan Bad, welches in einem Museum umgebaut worden ist.

Von Kerman aus wird angefahren:

-In Mahan das Mausoleum von Nur ol-Din Nematollah-e Vali,

ein Sufi Derwisch und Gründer eines Derwischordens.

-Und den Prizessinengarten, ein an einer Hanglage gelegener Garten verstuften Becken und natürlich funktionierenden Springfontänchen, bedingt durch einen höher vom Berg nach unten führenden Wasserkanal. Oben im Garten steht ein  hübscher Pavillion. Angelegt wurde der Garten im 19 Jhdt. Während der Dynastie der Ghajaren Könige.

-Bam, die Wüstenoasenstadt mit den Dattelbaumplantagen und die ca. 20 h große Anlage der Zitadelle von Bam oder die Oasenstadt der Wüste, ist einer der nächsten prachtvollen Höhepunkte im Iran. Unten die Stadt mit Karawanserei , Moschee ,religiöse Schule und Wohnhäusern und die höher gebaute Festung mit Kaserne, Gefängnis, Herscherhaus und Vierjahreszeitenhaus. Ringsherum ziehen sich die hohen Lehmmauern mit Wachtürme, ca. 3km im großen Bogen. Hier soll auch die Technik des Lehmziegelbaus, typisch für Wüstenrandstädte, veranschaulicht werden. 

Leider muss ich zu dieser Seite, heute im Januar 2004 ergänzen, dass Bam im Dezember 2003 von einem furchtbarem Erdbeben zum großen Teil zerstört wurde und wir abwarten müssen, bis die Festung wieder besichtigt werden kann. Als Alternative kann die Festung Raeen besichtigt werden.

Yazd
Sie besuchen die typischste Wüstenrandstadt Irans. Viele Lehmbauten und Windtürme prägen die Stadt. Auf den Ruinen eines Feuertempels ist die Jam-e Kabir Moschee gebaut. Die über den Bogen des Eingangsportal hochragenden zwei Minarette sind die höchsten im Land. Das Tekye Amir Chaqmaq, eine mit vielen Bögen-Galerien auf ein drei Etagen erbauter Arkadenbau
und wird verwendet für die Veranstaltung von Selbstgeißellungen und Passionsspiele zum Anlass des Todestages des 3. Imams der Schiiten Hossein. Sehr schön ist  die Innenkuppel des Mausoleums von Seyed Rukn-nu-Din. In Yazd leben ca. 12.000 Anhänger der ältesten persischen Religion, verbreitet vom Propheten Zarathustra. Im Ihrem Feuertempel  brennt das älteste brennende Feuer im Iran. Es ist  einst brennend  von Susa hierher gebracht worden und ist nie erloschen und weitergepflegt worden. Die Stadt ist umgeben von den Schweigenden Türmenauf welche die Zoroastrer bis vor ca. 30 Jahren Ihre Toten mit Ihrer eigenen Zeremonie bestatteten.

Im Dowlatabad Garten erleben Sie in einem ehemaligen Kaufmannshaus  unter einem octagonalen Windturm die tatsächlich kühle Brise. 

Nain
Häufig besichigt man auf der Fahrt von Yazd nach Isfahan in der Kleinstadt Nain die Jame Mosche, eine der ältesten Moscheen Irans, ein altes Kaufmannshaus mit kleinem ethnologischem Museum, Khaneye Pyrnia. Interessant sind auch die unterkellerten Kamelwollstoffwebereien

Isfahan
Der Höhepunkt der Reisen vor allem für Touristen, die das erste mal den Iran bereisen, ist Isfahan.
Diese Stadt erweckt erneut alle Eindrücke der Reise von Städten und Landschaften und ist die Zusammenfassung von 7000 Jahre alter vorgeschichtlicher ,vorislamischer und nachislamischer Kunst und Architektur in der persischen Historie. Isfahan Ist die Hauptstadt der Safawiden-Könige, mit Schah Abbas dem Grossen als der Bekannteste, gewesen.

Zentrum des Geschehens ist der Platz Naghsche Jahan  (Muster der Welt) oder Emam Khomeini Platz.

Besichtigungen der wunderschönen Lotfollah Moschee und Emam Mosche sowie des Alighapoo Palast und der Bazar gehören zu fast allen Reisen. Vier Bauten, die jede mittig an den Seiten dieses rechteckig sehr großen Platzes gebaut sind.

1000 Jahre vor- und nachislamische Architektur sind vereinigt in der Jame Mosche. Der Vierzigsäulen Palast diente für Audienzen der Safavidenkönige.

Im armenischen Stadtteil Vank wird besucht die Vank Kathedrale mit Museum.

Bleiben noch anzufahren die Brücken über den Fluss Zayandehrud, 33 Bogen-, Khajou- und Schahrestan Brücke. Über die 33 Bogen Brücke wird ein Streifzug abends  empfohlen. Sie werden beeindruckt sein von der Harmonie von Farben, dieser im Iran schönsten Stadt, und vor allem von der Freundlichkeit der Bevölkerung gegenüber Fremden. Bei Besuchen des Bazars und der Ladengeschäfte an den Seiten des Emam Khomeini Platzes lernt man das über Jahrhunderte erhaltene Kunsthandwerk dieser Stadt kennen. 

Natanz wird oft angefahren von Isfahan aus, gegen Ende einer Rückreise auf dem Wege nach Teheran. Wunderschön sind entlang der schmalen kurvenreichen Strasse die verschiedenen Obstgärten.

Besichtigungen in Natanz umfassen die Jam-e Moschee, bedeckt mit sehr schönen Mustern, die Ruine eines Feuertempels hinter der Moschee und eine traditionelle Keramikwerkstadt. 

Kaschan ist auch eine Wüstenrandstadt, gelegen am Rande der Großen Salzwüste. Vor allem wird man wieder von Windtürmen beeindruckt. Speziell das des großen Kaufmannhauses Khaneje Borujerdiha. Angefahren wird der Tappeye Sialk, ein archäologischer Siedlungshügel dessen Geschichte 7000 Jahre alt ist. 

Die hier aufgezählten Städte und Besichtigungen umfassen den Verlauf der Reiseprogramme, "Könige und Religionen", "Wüstenrandstädte" und "Paläste und Moscheen", welche ich Iranbesucher/innen, die das erste mal in den Iran reisen möchten, empfehle.

Für die Iran-Freunde, welche den Iran in Kombination von einem 2 Tage Strandurlaub auf der sich steil touristisch entwickelnden Insel Kish mit den Kulturstädten Isfahan und Schiraz bereisen möchten, empfehlen wir vor allem in den Wintermonaten diese Reise. - "Wechselnde Kontraste"